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Während des gesamten
Mittelalters blieb der geschlossene Waldkomplex des Bienwaldes
von großflächigen Rodungen verschont.
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Die älteste auffindbare
Waldordnung stammt von 1442, die erste Kiefernsaat erfolgte
wahrscheinlich um 1576. Seither kam es im Zuge intensiver
Holznutzung, Waldweide und Streunutzung, bis zum Beginn des 20.
Jahrhunderts zur starken Ausbreitung der Kiefer.
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Nach einem Rückgang der Eichen
im Zuge des „Holländerhandels“ (Verwendung von Eichenholz in
großem Umfang beim Schiffsbau) wird 1718 das Verbot erlassen „in
Zukunft mehr als eine Eiche an einem Ort zu hauen“. Die Eiche
soll künftig sehr „pfleglich„ behandelt werden.
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Die Kriegswirren des 17., 18.
und frühen 19. Jahrhunderts, mit wechselnden Besitzansprüchen
und wiederkehrenden Zerstörungen sowie die damit verbundene Not
der Bevölkerung führen zu großem Holzbedarf und starken
Eingriffen. Sehr umfangreich sind die Waldfrevel im Bienwald.
Der Diebstahl von Holz sowie die Zerstörung von Verjüngungen und
Jungwüchsen durch unerlaubte Beweidung illegale
Brennholzgewinnung sind an der Tagesordnung, genauso wie
Wilderei. Trotzdem bleiben Walddevastationen, die auf großer
Fläche zum vollständigen Verlust des Waldes führen, vergleichbar
zu Hunsrück und Eifel, aus.
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Vermutlich kam es 1793 mit den
napoleonischen Kriegen zum Ende der früheren forstlichen
Bewirtschaftung durch das Bistum Speyer. Es folgt die
Säkularisierung des Bienwaldes. Der jetzt vorliegende
Staatswaldkomplex besteht überwiegend aus Hochwaldbeständen, die
bis dahin geplentert und im Plenterhackenschlag
(einzelstammweiser bis kleinflächiger Einschlag) genutzt wurden.
Mittel- und Niederwälder kommen im Randbereich des Bienwaldes,
vor allem im Kommunalwald und in den Rheinauen vor.
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Mit dem Friede von Luneville
kommt der Bienwald von 1801 bis 1814 in französische Verwaltung.
Waldbaulich findet jetzt das sogenannte „Coupensystem“.
Anwendung. Das Laubholz wird vorrangig über Grossschirmschläge
verjüngt. Es folgen sehr umfangreiche, flächenhafte Eingriffe
mit häufig nur unbefriedigender Verjüngung der Bestände.
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1816 fällt die Pfalz an
Bayern. Eine staatliche Forstverwaltung wird aufgebaut, mit dem
Ziel einer nachhaltigen, planmäßigen und kontinuierlichen
Waldbewirtschaftung. Vorrangiges Ziel des „bayerischen“ Waldbau
ist die Vermehrung des Holzes sowie die Wiederbestockung der
vielen Blößen des übernutzten Waldes sowie generell die
Wiedereinführung „geregelter Verhältnisse“. In großem Umfang
wird die Verjüngung der Eiche gefördert und im Wegebau die
Grundstruktur des heutigen Wegenetzes geschaffen.
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Von 1845 - 1848 wird die erste
umfassende Forsteinrichtung des Bienwaldes von Karl Gayer
erstellt. Ziel ist die Begründung von Mischbeständen,
Naturverjüngung des Laubholzes ggfls. Saat und Pflanzung unter
dem Altholzschirm. Beim Nadelholz soll eine Laubholzmischung
vorangebaut werden. Gearbeitet wird mit mehrumtriebigen
Beständen. Während die Mischbaumarten im Alter von 80 bis 120
Jahren genutzt werden, sind Eichen zur Stark- und
Wertholzproduktion ein bis zwei Umtriebe zu überhalten. Der
Eichenüberhalt war in Verbindung mit der früheren
Plenterwirtschaft jedoch auch schon vor der bayrischen Zeit
üblich. Die Eiche wird oft natürlich verjüngt, beim Misslingen
der Naturverjüngung wird sie gesäet oder gepflanzt. Die
Mischbaumarten stellen sich überwiegend natürlich ein. Es folgen
Phasen von flächenhafteren und weniger flächenhaften
Vorgehensweisen.
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Von 1949 - 1968 vollzieht sich
die allmähliche Aufgabe der bayrischen Waldwirtschaft und der
Übergang zum Kahlschlag als regulärem Verjüngungsverfahren, das
jetzt grundsätzlich und unabhängig von den betroffenen Baumarten
eingesetzt wird. Die Bewirtschaftung des Waldes im 120-jährigen
Umtrieb mit Überhalt der Eichen wird aufgegeben. Angestrebt
werden jetzt möglichst flächenhafte Eichenbestände mit relativ
geringen Mischungsanteilen, die anschließend bei einer
Umtriebszeit von etwa 200 bis 240 Jahren im Kahlschlag genutzt
werden sollen. Vorhandene Eichenaltbestände werden jetzt später
in die Verjüngung genommen, gleichzeitig jedoch auf die
Fortsetzung der früheren Überhaltswirtschaft verzichtet. Auf der
einen Seite werden Einzelflächen jetzt deutlich älter als
früher, auf der anderen Seite kommt es jetzt zu großflächigen
Kahllagen und wenig gemischten Jungbeständen.
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Von 1970 bis 1985 bestimmt die
klassische Kahlschlagswirtschaft den Waldbau des Bienwaldes.
Naturverjüngung und Überhaltswirtschaft sind zur Ausnahme
geworden. Gefördert wird die neue Wirtschaft durch das Ziel des
Abbaus von im 2.Weltkrieg entstandenen Splitterschäden sowie das
Ziel des Umbaus von Nadelbeständen in Laubholz. Begünstigt wird
die Flächenwirtschaft nach den Weltkriegen auch durch die großen
Reparationshiebe sowie die notwendige Wiederbestockung der
geräumten Westwalllinie, der ehemaligen Minenfelder und
Brandflächen. In einem Umfang entstehen neue Eichenkulturen und
Jungbestände, wie es seit dem Beginn der bayrischen Zeit nicht
mehr der Fall war.
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Ab 1985 beginnt der
allmähliche Übergang zur Naturnahen Waldwirtschaft.
Vorratspflege, Verjüngung unter Altholzschirm und
Mischbestandswirtschaft gewinnen erneut an Bedeutung und setzen
sich im Bienwald bis Ende der 90iger Jahre durch. Der Waldbau
nähert sich dabei wieder den bayrischen Wirtschaftsmethoden an
und führt auch wieder zu ähnlichen ungleichaltrigen
Waldstrukturen, Mischungsverhältnissen und Waldbildern.
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Mitte der 90iger Jahre kommt
es im Bienwald durch eine Schwammspinner-kalamität zu
umfangreichen Schäden bei der Eiche. Massiv betroffen sind auch
viele extrem starke Alteichen, auf deren Nutzung schon seit
Jahrzehnten aus Aspekten des Landschaftsbildes sowie des Arten-
und Biotopschutzes verzichtet wurde.
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Die Waldschadenssituation bei
der Eiche führt seither dazu, dass im Starkholz fast nur noch
abgängige Eichen, also Bäume mit deutlichen Schadensmerkmalen
eingeschlagen werden, bevor ihre wirtschaftliche Entwertung
eintritt. Der Einschlag an gesunden Bäumen wird entsprechend
reduziert.
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Am 26.12.1999 fallen bei
„Lothar“ dem bisher dokumentiert stärksten Sturm im Bienwald 300
– 350.000 fm Schadholz an. Eine Fläche von etwa 530 ha wird
vollständig verwüstet. Überproportional betroffen sind
Nadelholzbestände.