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Die Orchideen des Bienwaldes und seiner
Randgebiete (Teil 1)
Im Bienwald wachsen zahlreiche
verschiedene Orchideenarten. Bestimmte Arten gedeihen im Wald oder
an Waldrändern, auch längs der Wege und Straßen, andere wachsen auf
Wiesen z.B. um Büchelberg oder am Viehstrich.
Im Folgenden stellen wir einige Arten vor. Alle Orchideen stehen
unter Naturschutz. Die meisten Arten sind aufgrund des Rückgangs
ihrer Lebensräume gefährdet.
Über Fundmeldungen von Orchideen im Bienwald würden wir uns freuen.
Die genaue Ortsangabe und ein Foto wäre hilfreich. Mails an:
kontakt@bienwald.info
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Riemenzunge (Himantoglossum hircinum)
Diese Art befindet sich in
der Bienwald-Region, wie auch in anderen Landesteilen der
Pfalz in Ausbreitung. Sie besiedelt vorzugsweise
Wiesenbrachen und Straßenrandböschungen. Erste Nachweise in
der Pfalz gelangen in den 1980er-Jahren. Bis vor einigen
Jahren galt sie noch als große Seltenheit. Inzwischen mehren
sich die Fundmeldungen.
Beschreibung:
Höhe 30-90 cm, graugrün;
Blätter länglich-lanzettlich, früh hinfällig; Blüten
grünlich-weiß, rötlich gezeichnet, mit Bocksgeruch (!),
Blütenblätter einen Kopf bildend, Lippe dreilappig, wobei
der Mittellappen bandförmig lang, mehr oder weniger gedreht
(Riemenzunge!); Sporn kurz; Blütezeit: Mai bis Juli.
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Fleischrotes Knabenkraut (Dactylorhiza
incarnata)
Früher war die Art auf den
nassen Wiesen in der Oberrheinischen Tiefebene häufig. Durch
die großflächige Entwässerung und den zu Gunsten des
Ackerbaus sind die Lebensräume der Orchidee stark dezimiert.
Heute ist das Fleischrote Knabenkraut selten und gefährdet.
In der Bienwald-Region finden wir die Art auf nassen bzw.
wechselfeuchten Wiesen um Büchelberg.
Beschreibung:
Höhe 25-55 cm; Blätter
verlängert lanzettlich, gekielt, an der Spitze
kapuzenförmig, gelbgrün, ungefleckt; Blüten fleischfarbig
(!), selten dunkel-violett-rot, weiß oder gelb; Lippe oft
mit kleinem Mittelzahn, Sporn lang. Blütezeit: Mai bis Juni.
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Breitblättriges Knabenkraut
(Dactylorhiza majalis)
Auf nassen Wiesen in der
Oberrheinischen Tiefebene und im Pfälzerwald sehr selten.
Durch Intensivierung der Landwirtschaft bzw. Nutzungsaufgabe
der Nasswiesen ist die Art stark rückgängig und gefährdet.
In der Bienwald-Region gibt es Vorkommen bei Büchelberg, am
Viehstrich und in der Lauterniederung.
Beschreibung:
Höhe 10-50 cm; Blätter
breit-länglich, trübgrün, meist schwarz-braun gefleckt (!);
Blüten lila-purpur, selten fleischfarbig oder weiß; Lippe
dreilappig, dunkler liniert und punktiert; Sporn kurz;
Blütezeit: Mai bis Juni.
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Kleines Knabenkraut (Orchis morio)
Auch diese Orchidee war
vor hundert Jahren weit verbreitet und vielerorts häufig. Da
sie sehr konkurrenzschwach ist und gegenüber Düngung sehr
empfindlich reagiert, ist sie in weiten Teilen Deutschlands
inzwischen ausgestorben. Sie wurde auf trockenen
Salb-Glatthaferwiesen und Halbtrockenrasen um Büchelberg
bisher extrem selten nachgewiesen.
Beschreibung:
Höhe: 8-30 cm; Blätter
länglich-lanzettlich, spitz, ungefleckt; Blüten purpur-rot,
rosa oder weiß; die drei äußeren Blütenblätter grünnervig;
die zwei inneren Blütenblätter helmförmig zusammenneigend.
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Eiförmiges Zweiblatt (Listera ovata)
Das Eiförmige Zweiblatt
wächst sowohl auf Wiesen, als auch an Waldrändern und in
lichten Wäldern. Allzu trockene und heiße Standorte werden
gemieden. Die unscheinbare Orchidee ist in vielen Teilen der
Pfalz und so auch im Bienwald vergleichsweise häufig und
gilt derzeit in Rheinland-Pfalz als ungefährdet.
Beschreibung:
Höhe 20-50 cm; zwei
Blätter (!), breit eiförmig (!), sich am Grund des Stängels
fast gegenüber stehend; Blüten grünlich-gelb, in langen
Blütenständen, äußere und innere Blüten teilweise
kapuzenförmig zusammenneigend, Lippe lineal, gelblich, an
der Spitze 2-spaltig, ohne Sporn; Blütezeit: Mai bis Juli.
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Helm-Knabenkraut (Orchis militaris)
Das Helm-Knabenkraut
besiedelt Magerrasen und Gebüsche über kalkreichen
Sedimenten. Ähnlich wie die Bocks-Riemenzunge vermag es auch
an Straßenrandböschungen zu gedeihen. Selbst am Rand der
viel befahrenen Bundesstraße 9 durch den Bienwald wurde sie
schon gefunden. Landesweit ist das Helm-Knabenkraut
jedoch selten und gefährdet.
Beschreibung:
Höhe 25-45 cm; Blätter
breit-länglich, ungefleckt; Blüten „männchenförmig“, „Kopf“
grau oder hellpurpurn, Lippe blaßpurpurn, ebenso wie im
Inneren des Helmes mit dunkler Zeichnung; Lappen schmal;
Fortsatz zwischen den „Beinen“ (!), Sporn kurz; Blütezeit:
Mai bis Juni. |
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